Verona- mein Solotrip in die Stadt der Liebe Italiens

Meine Verona-Tipps für dich

LOS, VERONA!

Ich bin allein in die Stadt der Romeo und Julia-Magneten gereist und fand mich als Solo Traveller unter Pärchen, lief vorbei an bombenfesten Liebesschlössern, romantischen Dinnerspots und hatte keine Ahnung ob das gutgehen würde. Das Einzige was mich den finalen Klick machen und den Flug nach Verona schließlich buchen ließ, war ein spontanes Herzziehen Richtung Süden. Ich wollte mich ausprobieren und sehen ob ich die Stadt und alles was sie mir anbietet und zeigt nur mit mir selbst teilen kann. "Was machst du da den ganzen Tag?" "Ist das nicht komisch?" "Bedeutet allein gleich einsam?"- die goldene 3 der Fragen die mir gestellt wurden- vor und nach meinem Trip. Dies ist ein Post in dem ich auf alle drei zurückkomme und sie beantworte. Hier ist mein persönliches Verona, meine liebsten Orte, mein lustigstes Erlebnis, vor dem ich zuerst ziemlich Angst hatte, und natürlich die obligatorischen Lieblingsläden, -restaurants, Tipps und Must-Sees die ich gerne mit euch teile. Pronto, attenti e via!

IN DIE STADT

Wenn ihr vom Flughafen den Aerobus nehmt (würde ich immer empfehlen, schnell und geräumig), seid ihr in knapp 20 Minuten schon am Bahnhof (Ticket 6,-) und könnt von dort entweder mit dem Zug weiterfahren, einem Bus oder wie ich: laufen!:D Verona ist bezaubernd, voller Licht und überschaubar, man kann alles erlaufen. Nach Verona und wieder zurück nach Berlin bin ich übrigens für 20,- geflogen, recherchieren lohnt sich! Ich hatte mich in ein schnuckliges Airbnb Apartement westlich des Zentrums eingemietet. Es war perfekt für mich als Alleinreisende da es kein Privatzimmer war, sondern eine Art kleine Wohnung im Garten eines Mehrfamilienhauses- mein kleines Reich und ein echtes Juwel als Rückzugsort nach den langen Tagen. Den 25-minütigen Fußmarsch ins Zentrum habe ich dann ohne Gepäck immer sehr genossen und geschätzt. Da ich sehr früh ankam hatte ich etwas Zeit die Stadt mit Handgepäckskoffer und allem Kram im Schlepptau zu erkunden. Das ging erstaunlich gut: Ich saß am Ufer des Etsch, schlenderte über Piazzas, wurde von einem italienischen Opi kennengelernt, der mich prompt auf einen Espresso einlud und den ich glücklicherweise in meiner Langsamkeit nicht übertraf und mich so seinen Avancen zum gemeinsamen Dinner geschickt entziehen konnte. Ich fühlte ich hatte mich richtig entschieden.

Es klingt mega verrückt, aber ich feierte das Leben. Das Leben feierte mich. 

Ich blinzelte jeden Sonnenstrahl an als wäre er Gott. Ich berührte Blüten und Bäume, ich lachte weil ich Lust dazu hatte und es wollte. Laut. Mein Blick konnte nicht genug vom Wandern kriegen. Meine Füße auch nicht. Nach diesen ersten Stunden hatte ich das Gefühl ich hatte die ganze Stadt bereits gesehen. Es stimmte irgendwie und irgendwie auch nicht.


LOVEBIRD

Verona hatte mich- vom ersten Moment an. Ihr könnt hier wirklich alles zu Fuß gehen, und damit meine ich ALLES. Mein erster Weg führte mich zur Arena. Kostenpunkt 10,- was sich für mich durchaus gelohnt hat da ich historische Bauwerke liebe und man die Aufbauarbeiten zu Verdi mitverfolgen konnte. Alternativ holt euch eine Karte für eine der vielzähligen Opernvorstellungen, die Akkustik soll phänomenal sein und wenn man am selben Tag kommt gibt es manche Restkarten schon für 15,-. Ich reiste leider 2 Tage zu früh ab. Über die schicke Einkaufsstraße Via Mazzini (in der es sowohl edle italienische Schuhe und Kleider aber auch Stradivarius, Zara, Sephora etc. gibt) gelangt man wie von alleine zur Piazza delle Erbe mit dem großen Stadtturm Torre dei Lamberti von dem man eine tolle Aussicht haben soll- ich selbst erklomm die steile Wendeltreppe allerdings nicht. Davor könnt ihr über den kleinen Markt wuseln und im "Borsari" um die Ecke einen Espresso oder -Geheimtipp- die dickflüssige, himmlische Schokolade schlürfen. Die musste ich probieren- ein Gedicht!

 

 

                                                     

                                                   

 

Mich zog es weiter Richtung- richtig- alte Steine, meine große Liebe! Wer nicht auf Kirchen und Jesus und den ganzen Kram steht, sollte zumindest hier eine Ausnahme machen. Ihr müsst euch auch nicht den Audioguide ausleihen und jede einzelne Station bis zum Ende anhören so wie ich das getan habe :), aber Sant' Anastasiadie älteste Kirche Veronas, ist einfach zu schön:

Ich spare mir den Platz für lange Wegbeschreibungen denn wie gesagt, Verona ist gemütlich und man kann sich einfach nicht verlaufen. Eure Nase wird euch ganz sicher auf den richtigen Weg führen, und dann landet ihr vielleicht hier:

Können wir kurz darüber reden wie absolut sanft, anmutig und einfach atemberaubend schön dieser Engel ist?! Ich stand bestimmt 2 Minuten mit offenem Mund vor ihm- und zwei Minuten können für verstörte Passanten eine echt lange Zeit sein. Danach setzte ich mich auf eine der kleinen Bänke auf dem Vorplatz und verlagerte mein Staunen so in subtilere Gefilde. Ich fühlte mich mit einem Mal aufgehoben und sehr berührt. Wenn der Schöpfer dieser Statue das erreichen wollte, hat er bei mir 100% ins Schwarze getroffen. Für alle Wissbegierigen: Es handelt sich hier um Den Blauen Engel der Annahme von Albano Poli vor der Kathedrale von Verona. Habt ihr auch fast angefangen zu weinen? Oder eher nicht so?


VON OBEN

Ihr müsst keinen Turm erklimmen um einen fantastischen Ausblick über die Stadt zu haben- aber einen Berg. Haha.

Zum Castel San Pietro geht es einige Stufen nach oben- es lohnt sich. Von der Brücke Ponte Pietra aus lauft ihr stadtauswärts einfach geradeaus den kleinen Weg zwischen den Häuschen hinein. Dort beginnen schon die ersten Treppen. Macht nicht an der ersten, vermeintlichen Plattform halt, sondern lauft weiter, weiter, bis es nicht mehr weiter geht und belohnt euch mit einem tiefen Durchatmen und einem breiten Lächeln. Ein echter Hingucker ist das römische Amphiteather Teatro Romano das ihr am Fuß des Hügels findet.

                                                                                                                             Heraufspaziert

                                                                                                                             Heraufspaziert

                                                                                                              Oh Verona! Warum denn Verona?!

                                                                                                              Oh Verona! Warum denn Verona?!


Ein Wort zu Romeo und Julia

Mein Tipp zu Romeo und Julia? Es ist zu jeder Tageszeit unglaublich viel los in dem kleinen Innenhof mit dem schmucken Balkon. Und: Ihr braucht es nicht unbedingt zu sehen. Wenn ihr deshalb nach Verona gekommen seid und euch nichts umstimmen kann: Mut gefasst, ab durch die japanische Menge (dieser könnt ihr getrost durch die Straßen bis zum Torbogen folgen, fällt nicht auf), Balkon fotografieren, raus da. Ich habs überlebt:


MEINE VERONA STORY

Ich habe euch eine Geschichte versprochen. Vegan essen in Italien. Und alle so: Whaaaaaaaaaaaaaaaat?!?!!

Nein, die Geschichte ist noch nicht zuende. Mein täglicher Weg ins Zentrum führte mich an zahlreichen Restaurants vorbei bei denen mir das Wasser im Mund zusammenlief, doch meine Augen blieben immer bei "La Lanterna" hängen. Ich war fasziniert von dem Gedanken im Land wo sich Mozzarella und Parmaschinken gute Nacht sagen vegan essen zu gehen. Was würde da noch übrigbleiben? Fangen wir ganz von vorne an.

Rein da! Das sagte ich mir ungefähr 5x bevor ich eine kurze Nachdenkpause machte und die Tür öffnete. Hatte ich die Tage zuvor immer draußen auf einer Terrasse oder ähnlichem gesessen, sah ich mich plötzlich mit dem einzigen, freien Tisch in der goldenen Mitte des Restaurants konfrontiert- umgeben von Pärchen und Familien. Ich. Allein. Dem inneren Drang zum Trotz ließ ich mein Handy in der Tasche, täuschte kein Vielbeschäftigtsein vor und studierte die Karte.

Ich bestellte: Vegane Limonen-Frischkäse-Tortelloni mit Pinienkernen

Und ganz ehrlich: Das war der leckerste Scheiß den ich seit langem gegessen hatte. Mein letzter Abend und solch eine Offenbarung- die römischen Götter waren mit mir. Nachdem ich aus meinem Delirium langsam wieder in die Realität zurückkehrte, bemerkte ich ein wiederholtes Mal den Koch des Hauses, der seinen Kopf aus der Küche streckte und mich neugierig musterte. Nachdem ich meinen Wein verkostet und die Karte erneut geordert hatte waren noch die Köpfe zweier Küchengehilfen dazugekommen. Ich, Miriam, die Restaurantkritikerin, schmunzelte. Ein neues, kein schlechtes Gefühl. Ich beschloss dem Ganzen die Krone aufzusetzen und selbstbewusst eine Vorspeise zu bestellen- NACH dem Hauptgang natürlich:

Gurkenröllchen mit Currycreme und Sellerie- Jupiter hatte mich wieder!:) 

Ganz benommen blickte ich auf und sah 5 Leute im Küchengang die mich beobachtet hatten und mir nun munter zuwinkten. Den Stern hatten sie sich verdient! Und nein, ich habe mich nicht allein gefühlt.

Was mitbringen?
  1. Amarone Wein
  2. Pistazienpesto
  3. Limoncello- was sonst
  • Hier habe ich mit dem Opi Espresso getrunken: Cappa Café direkt am Fluss, Piazzetta Bra' Molinari 1
  • Die beste Trüffelpasta (und den besten Amarone) gibts im:  Il Punto Rosa, Via Fratta 12/A
  • Schaut euch die Stadt von oben an, am besten hier: Castel San Pietro
  • Meine favourite Eiscreme: Gelateria Savoia, Via Roma 1
  • Vegan essen in Italien? So gut: La Lanterna, Piazzetta Portichetti 6
  • Die schönste Skulptur: der Engel vor der Kathedrale Duomo di Verona, Piazza Duomo 21